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Chapter 1 Part 3

 

Jetzt wusste der Bursche erst recht nicht mehr weiter, es ergab doch alles keinen Sinn! Hatte sein Vater ihm nur eine dieser typischen heroischen Geschichten vermachen wollen? Das sah Luin gar nicht ähnlich. Entweder hatte diese Rolle mehr zu bedeuten, oder sein Vater hatte eine komplett andere Richtung eingeschlagen, was seinen Humor anging. Kael verstand nicht, was er mit diesem Stück Papyrus zu tun haben sollte. Er wusste nicht warum, jedoch lief er los zur Hütte des Radanar Oberhauptes Galan, dabei vertraute er seiner Nase, die ihn noch nie fehlgeleitet hatte. Im Laufen hatte er den Papyrus wieder zusammengerollt. Behutsam steckte Kael es in seinen Gürtel, dann klopfte er bei Galan an die Hüttentür. Leise drang die Stimme des alten Elfs an seine Ohren, die ihn herein bat. Er ließ nicht lange auf sich warten und trat ein. Als er die Türe schloss, empfing ihn wie die beiden Male zuvor tiefe Dunkelheit, die jedoch von einem unregelmäßig flackerndem Feuer durchbrochen wurde. Das Clanoberhaupt saß vor der Feuerstelle mit dem Blick starr auf die Flammen gerichtet. „Setz dich zu mir ans Feuer, Kael. Was liegt dir denn auf dem Herzen?“ Kael tat, was der Alte von ihm verlangte, doch woher hatte er gewusst, wer hinter ihm stand? „Galan ich... habe nicht die geringste Ahnung, was mir dieses Papyrusstück sagen soll.“, er reichte Galan das Stück Papyrus: „ Kannst du etwas damit anfangen oder mir sagen, wem das etwas sagen könnte?“

Galan faltete sich die Rolle auseinander und als er sie las, hätte er sie vor Schreck beinahe ins Feuer fallen lassen. „Das... kann nicht sein... unmöglich hätte Luin!“ Der Alte, der da saß als hätte er eben den alten Drachen Radanar leibhaftig gesehen, gab Kael das Schriftstück zurück und fügte hinzu: „ Bring das zum Tempel, dort gehört diese Schrift eigentlich hin. Gebe sie keinem anderen außer Leyla.“ Galan sagte danach kein Wort mehr und starrte wieder in die Flammen. Kael stand auf und lies den alten, im Schein des Feuers gebrechlich wirkenden Elfen alleine in seiner Hütte zurück. Kael fragte einen vorbei laufenden Elfen, wo es zum Tempel Radanars ginge. Er beschrieb dem jungen Elfen genauestens den Weg bis zur Tempelpforte und machte sich dann auf den Weg, ohne das Kael ihm hatte danken können. Mit der Beschreibung vor Augen setzte auch Kael seinen Weg fort. Nur wenige andere Elfen passierten seinen Weg, doch plötzlich stieg ihm der Geruch von frisch erlegtem Wild in die Nase. Es kostete ihn einiges an Überwindung, zum Tempel weiter zu gehen und dem Geruch, der ihm die Sinne vernebelte, zu widerstehen. Langsam wehte der Wind den Geruch aus seiner feinen Wolfsnase und ersetzte ihn durch den, des frischen Grases und... Skaals? Takuma hatte ihm von diesen Geschöpfen erzählt, als sie sich auf die Suche nach dem Boten gemacht hatten. Mächtige Tiere des Himmels sollten sie sein, mit einem prächtigem Gefieder. Kael brannte darauf, einen davon sehen zu können, doch zuerst musste er diese Papyrusrolle zurückbringen in den Tempel. Nur Leyla sollte er das Schriftstück geben, doch warum ausgerechnet der Tempelhüterin selbst und nicht einfach einem Novizen? So wichtig konnte dieser Fetzen doch gar nicht sein! Kael hatte gar nicht gemerkt, dass er schon bei seinem Ziel angelangt war. Erst, als ihn ein Wächter aufhielt und ihn fragte, was er denn im heiligen Tempel des Drachen wolle, riss es Kael aus seinen Gedanken und sah den Elfen vor sich verwirrt an. „Bitte? Entschuldigt, aber ich habe etwas bei der Tempelhüterin abzugeben und erbitte Einlass.“, sagte er, ohne lange zu überlegen. „Das kannst du ja wohl vergessen! Niemand geht...!“, schrie der Tempelwächter, wurde jedoch von einer sanft klingenden Stimme unterbrochen: „Schon gut, Taki. Er wird seinen Grund haben, warum er mich aufsucht, ansonsten wäre er nicht hier. Komm Kael, setzen wir uns in den Tempelgarten und reden über den Grund deines Besuches hier im Tempel.“ Leyla war gerade im rechten Moment aufgetaucht. Sie nahm Kael an der Hand und zog ihn hinter sich her, vorbei an dem Wächter namens Taki, der ihnen verdutzt hinterher blickte. Dieser Tag, so dachte Kael, wurde von Minute zu Minute immer merkwürdiger. Leyla führte ihn vorbei an Wiesen hin zu einem kleinen Pavillon, der inmitten der Blumenvielfalt, so schmucklos und klein wie er war, doch erstaunlich prunkvoll wirkte. Sie setzten sich nebeneinander auf eine der hölzernen Bänke und lauschten der friedlichen Natur um sich herum. „Sag mir Kael..“, begann Leyla mit ihrer sanften Stimme: „was führt dich hier her zu mir?“ Kael streckte Leyla die Papyrusrolle hin und meinte, dass Galan ihn geschickt habe und dass das Schriftstück jenes aus der Kiste seines Vaters ist und es hier her gehöre. Sie nahm die Rolle, las darin und sagte dann: „Ja, Galan hatte recht, das ist eine der heiligen Prophezeiungen aus unsere Tempel.“, sie schmunzelte und fügte hinzu: „Mir hätte klar sein müssen, dass das die Rolle sein musste und doch war ich mir nicht sicher. Hast du sie komplett gelesen?“ „Ja habe ich... und je weiter ich diese Zeilen gelesen habe, desto unsinniger erschienen sie mir zu sein. Warum wollte mein Vater mir das zurücklassen und vor allem wieso hier?“, Kael sah trübsinnig zu Boden. „Nun Kael, er hatte das Wissen um die Zukunft. Luin ist, so eigenartig er auch sein mag, ein netter Elf. Er nutzte sein Wissen um das Kommende aus, um dich auf das, was auf diesem Papyrus steht, vorzubereiten.“, Leyla blieb immer noch so sanftmütig. Ihre sanfte Stimme beruhigte Kael sehr, sie kam ihm so vertraut vor. Doch woher? ER war fernab dieses Dorfes aufgewachsen und hätte nicht gedacht, jemals hier her zu kommen. Und doch hatte ihn das Schicksal her geführt, zu einem hohen Preis. „Aber Leyla was hat das Ganze mit mir zu tun?“, fragte er, mit dem Blick zu den fernen Bergen gerichtet. Leyla lachte leise auf und sagte dann: „Nun Kael, man merkt, dass du nicht hier aufgewachsen bist. Das was du da gelesen hast, ist deine Bestimmung. Luin wäre wohl besser hier geblieben mit dir, aber er wollte nicht hören.“ Kael sah Leyla verwirrt an und fragte: „Wie meinst du das, er wollte nicht hören?“ Sie lächelte ihn an, sah dann mit glasig wirkendem Blick in die Ferne, als läge dort die Vergangenheit und sagte leise: „Kael ich kenne deinen Vater sehr gut, er wollte meinen Rat nicht annehmen und ging mit dir fort.“ Kael wollte sie mehr fragen, doch er wusste es war besser jetzt still zu sein. Hier und da konnte man Vögel sehen, wie sie in den Bäumen saßen und fröhlich vor sich hin zwitscherten. Etwas weiter entfernt beobachtete Kael zwei Eichhörnchen, die sich gegenseitig von Baum zu Baum jagten. Der Frühling kehrte ein und erfüllte die Natur mit neuem Leben. Kael erinnerte sich daran, wie er im vergangenen Jahr im Winter mit Nanaki, Nagaki und ein paar anderen Elfen aus Byakuren eine Schneeballschlacht veranstaltet hatten, wie man sie wohl nie mehr erleben würde. Und jetzt? Es lag alles in so weiter Ferne. Seine besten Freunde waren tot, irgendwo lagen sie in einem Wald. Getötet von den Akujin, den Bestien des Schwarzmagiers. Sie waren so groß wie Bären, gerissen wie Hyänen und doch glichen sie keinem dieser Tiere auch nur annähernd. Die Untiere mit ihrer Haut so ledern und grau wie Asche, die nur schwer durch dringlich war, ihre blutroten Augen, deren Blick einen durchbohrte. Ihr fauliger Gestank eilte ihnen vor raus, zusammen mit ihren lauten dumpfen Schritten, gleich monotoner Trommelschläge. Kael verabscheute sie zutiefst. Es gab nichts, was er lieber täte, als diese aufzuspüren und auszulöschen. Überall versetzte sie Elfen, Zwerge und alle anderen Völker Amlugdors in Angst und Schrecken. Es gab fast nichts, was ihnen außer den Fangzähnen eines Drachens oder der Magie wirklich schadete. Die Bestien der Finsternis waren stark genug, um einem Elfen den Kopf mit einem einzigen Hieb abzutrennen. Bessere 'Haustiere' hatte sich der Schwarzmagier nicht zulegen können. Eine Berührung an seiner rechten Schulter lies Kael aus seinen Tagträumen hoch schrecken. Leyla hatte ihm sachte die Hand auf die Schulter gelegt und sah ihn durchdringend an. „Kael hänge nicht in dem Vergangenen fest, das können wir nicht ändern. Ich glaube du solltest so langsam gehen, Skya wird sich auch ihre Gedanken machen, wenn du Stunden lang weg bist, ohne ihr zu sagen wo du dich aufhältst.“ „Du hast wohl recht, dann gehe ich besser.“, erwiderte er leise und erhob sich. Leyla folgte seinem Beispiel und stand ebenfalls auf. „Das gehört hier her.“, sagte er wieder so leise und überreichte ihr die Papyrusrolle, unbewusst hatte sie ihm das Schriftstück zurück gegeben. Leyla nahm die Rolle und lies sie in ihrem blütenweißen Kleid verschwinden. Sie brachte ihn zum Eingang zurück, Taki stand immer noch Wache und verneigte sich vor Leyla, als diese sich von Kael verabschiedet hatte und wieder auf der weiten Tempelanlage verschwand. Kael lief durch das halbe Dorf zu Skya’s Laden, doch kurz bevor er bei ihrem Laden ankam, drang weit entfernt ein hitziger Streit an seine Ohren. Er rannte los, den Stimmen, die sich diesen heftigen Wortwechsel lieferten, entgegen. Das Ganze schien vom Dorfplatz zu kommen. Der bekannt Akzent von Radanar vermischte sich mit einem ihm völlig Unbekannten. Je näher Kael zum Dorfplatz kam, desto langsamer wurde er. Das Stimmengewirr wurde von einem kurzen Schrei durchbrochen. Kael erkannte die Stimme sofort und rannte erneut los, auf dem Dorfplatz sprang er mit einem Satz zwischen eine junge Elfe und einem Elfenkrieger, der sein Schwert gezogen hatte und ihr die Klingenspitze an die Kehle hielt. Kael zögerte nicht lange und biss dem ungehobelten Kerl in das Handgelenk, der vor Schmerz und Schreck die Waffe fallen lies. Als dieser Anstalten machte, nach Kael treten zu wollen, nahm Kael seine elfische Gestalt an. „Räudiger...!“, zu mehr kam der Fremde nicht, Kael hatte ihm einen gut gezielten Schlag in die Magengrube versetzt. Er sank auf die Knie, musste zu Kael aufsehen, als dieser mit einem gefühllosen Gesichtsausdruck vor ihm stand.

Was willst du hier und woher bist du?“, fragte Kael in barschem Ton. „Brodir... unser Bote kam nicht zurück, deswegen wurde ich ausgesandt um nach ihm zu sehen.“, der Krieger keuchte nach zwei bis drei Worten immer wieder. Kaels Schlag hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Hinter Kael hatte sich die Elfe beruhigt, sie legte ihm eine Hand auf die Schulter. Er sah nach hinten und erschrak... hinter ihm stand Skya! Er hatte sie erst gar nicht angesehen, als er das Schwert im Sonnenlicht funkelte, war die bedrohte Person erst nicht von Bedeutung gewesen. Als Kael sich dem Fremden aus Brodir wieder zu wandte, wurde sein Blick finster und seine Stimme gleichgültig: „Warum hast du sie mit dem Schwert bedroht?“ Entsetzt von der gefühllosen Stimme Kaels stammelte er:“ Sie ist die Händlerin, sie muss wissen wo Tari ist!“ „Tari? Meinst du den Boten, der Skya die Waren hätte bringen sollen?“ Der Hüne nickte und fügte hinzu: „Tari ist mein kleiner Bruder, ich bin Suki.“ Kael überlegte kurz, wählte seine Worte mit Bedacht und sagte dann: „Suki, es tut mir Leid, aber dein Bruder ist tot. Er... fiel den Akujin zum Opfer.“ Kael nahm Skya und lies den gebrochenen Krieger hinter sich zurück. Als er mit Skya weit genug von Suki entfernt war, blieb er stehen, Skya hielt er am Arm fest und drückte sie an sich. „Nimm dich in Acht Skya, ab morgen trägst du eine Waffe bei dir, sollte sie auch noch so klein sein.“, flüsterte er in ihr Ohr. Skya schien weit fort zu sein mit ihrem Gedanken, sie sah Kael in die Augen und doch sah sie etwas anderes. Kael schloss sie eng in die Arme, alle die es sahen, waren ihm egal, er wollte sie gar nicht erst wieder loslassen. Skya küsste ihn kurz, riss ihn damit aus seinen verträumten Gedanken und entzog sich sanft seiner Umarmung. Er lies sie gehen, auch wenn er sich in nach ihrer Nähe sehnte. Ob sie genauso dachte wie er? Kael seufzte kurz und lief ihr hinterher in den Gemischtwarenladen den sie eröffnet hatte. Kael war bisher jeden Tag bei ihr gewesen seit der Hasedoki Nacht. Irgendetwas war seit dem Öffnen der Truhe geschehen, Kael konnte es regelrecht riechen. Nur ob es gut oder schlecht war, vermochte er nicht zu sagen. Kael hatte es sich nur zum Ziel gemacht, Skya vor allem Übel was kommen möge zu schützen.

Tag ein, Tag aus war Kael bei Skya geblieben. Zwei Monate war das Hasedoki jetzt her. Suki war, gebrochen durch den Tod seines Bruders, nach Brodir zurück gegangen. Kael war Skya zur Hand gegangen mit ihrem Laden, damit sie auch ein Mal einen Tag frei hatte und den Frühling genießen konnte. Fremde kamen und gingen manchmal sogar auch Drachenmenschen darunter. Im vierten Monat des Jahres an einem warmen Abend saß Kael auf der Treppe des Gemischtwarenladens und beobachtete die vorbei laufenden Elfen. Ein ihm wohl bekannter Geruch lies ihn aufmerksam werden. Kael stand auf, versuchte den Geruch ausfindig zu machen. Es roch immer stärker, die Person kam auf ihn zu. Jetzt erinnerte er sich daran, wer es war, doch das konnte nicht sein! Das war doch unmöglich, dass... er wurde doch getötet! Oder hatte ihn da nur ein Zauber die Stimme vernebelt? Sie lagen doch irgendwo in einem Wald... hier gab es doch keine Drachenmenschen? Die Person, die den so vertrauten Geruch verströmte, war ganz nahe, aber wo genau? Kael beobachtete die vorbei laufenden Gestalten ganz genau, versuchte etwas zu finden, was keinem Elfen entsprach. Und endlich sah er etwas Fremdes in der Menge hervorstechen. Zwei Gestalten in grauen Umhängen, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, liefen trägen Schrittes die Straße entlang in seine Richtung. Kael lief los, direkt auf die beiden Fremden zu, dabei lies er seiner Magie freien Lauf, sodass er die letzten paar Meter als Wolf zurücklegte. Kael versperrte den beiden den Weg. Die Fremden blieben stehen, sahen das Tier vor sich genau an. Sie sahen einander kurz an und nickten sich zu. Einer der Kapuzenkerle erhob seine Hände um sich die Kapuze abzustreifen. Während der eine seine Kapuze abstreifte, sagte der andere: „Kael du bist eine so treulose Seele.“ Kael war verblüfft, wie war das möglich? „Nagaki, du kennst unseren Kael doch, war bestimmt keine Absicht.“, sagte Nagaki, der sich die Kapuze bereits abgezogen hatte und lachte laut auf. Nanaki und Nagaki waren noch am Leben, munter und so gut gelaunt wie eh und je. Kael kam es so vor, als wären sie nicht ein Mal eine Stunde getrennt gewesen. „Ich dachte ihr seid von den Akujin getötet worden! Wie habt ihr es geschafft ihnen zu entkommen?“, Kael führte die beiden indes zu Skya´s Laden, ging mit ihnen um das Haus herum und setzte sich mit ihnen auf die Treppe des Hintereingangs und erzählte den beiden Drachenmenschen wie er den Akujin entkommen war. „War nicht einfach für dich Kael, oder?“, fragte Nanaki, der jüngere der Beiden. Kael schüttelte den Kopf und fügte zu seiner Geste hinzu: „Byakuren liegt in Trümmern, wenn die Gerüchte stimmen. Unser zu Hause ist nicht mehr, mein Vater wohl auch tot. Ich fange zwar an mich hier wohl zu fühlen, aber irgendetwas sagt mir, dass bald etwas geschieht, was uns auf eine kleine Reise schickt.“ „Eine Reise? Wie kommst du darauf, dass etwas passiert?“, fragte Nagaki neugierig. „Ich weiß es nicht, ich hab keine Ahnung was kommen wird. Ich spüre es einfach.“ Nagaki und Nanaki erschraken, als die Tür hinter ihnen aufging und Skya dastand. „Kael, wer sind die denn?“, fragte sie, leicht verwundert über die Fremden, die mit Kael da auf der Treppe ihres Hauses saßen. „Kael, du hast ja doch Geschmack, die ist ja bildhübsch.“, sagte Nanaki neckend. Nagaki fing an zu lachen, weil Kael auf ein Mal rot anlief und Skya seinen jüngeren Bruder fassungslos anstarrte. Nanaki grinste über das ganze Gesicht, es war ihm ein Mal mehr gelungen, Kael so zu erstaunen, dass ihm die Worte fehlten. „Nanaki! Hör auf, mich immer so in Verlegenheit zu bringen!“, zischte Kael, nachdem er sich wieder gefangen hatte, dann sagte er an Skya gewandt: „Das sind Nanaki und Nagaki, sie sind zwei Brüder, die ich seit vielen Jahren kenne. Sie sind Drachenmenschen, die irgendwann in Byakuren aufgetaucht sind. Ihre Schwester Niaki lebte an einem anderen Ort.“ Skya nickte, dass sie verstanden hatte und setzte sich neben Kael auf die Treppe. Nagaki sah in den Abendhimmel und lächelte in Gedanken versunken. Nanaki saß da und summte ein Schlaflied aus Byakuren vor sich hin. Kael legte einen Arm um Skya, als sie sich an ihn lehnte. Kael kam es vor, als wäre er wieder zu Hause in Byakuren, nur mit Skya an seiner Seite. Oft waren Nanaki, Kael und Nagaki auf der Treppe, die zum Byakuren Tempel führte, gesessen und hatten den Abend einfach an sich vorüberziehen lassen. Schweigend saßen die vier auf der Treppe und starrten, jeden seinen Gedanken nachgehend, in den rot goldenen Abendhimmel. Das plötzliche Geschrei vieler Elfen riss alle aus ihren Gedanken und schärfte ihre Sinne enorm. Kael rümpfte die Nase, erst jetzt nahm er den süßlichen Verwesungsgeruch wahr, der wie er vermutete, von ein paar Akujin stammte, die in das Dorf eingefallen waren. Kael schnappte Skya und drängte sie ins Haus hinein, mit den Worten sie solle sich irgendwo im Haus verstecken und dieses nicht verlassen, ehe einer der drei käme und ihr sage, dass wieder alles sicher sei. Nanaki und Nagaki folgten ihrem Freund, der seine außergewöhnlich scharfe Sinne nutzte um den genauen Ort der aufgetretenen Massenpanik ausfindig zu machen. Gerade als Kael auf den Dorfplatz kam, drehten sich vier Akujin in seine Richtung um. Schlitternd blieb er stehen mit dem Gedanken im Kopf, dass er jetzt sterben müsse, als eines dieser Ungetüme gemächlich auf ihn zu stapfte. Ihm gefror das Blut in den Adern, Kael war sich sicher, dass er diese Begegnung nicht unbeschadet überstehen würde. Kael wollte schreien, aber kein Laut kam über seine Lippen, er wollte davon rennen, doch seine Beine wollten sich nicht bewegen. Er war der Bestie total schutzlos ausgeliefert. Kurz vor ihm blieb der Akujin stehen und musterte ihn sorgfältig. Kael war verwirrt, normalerweise hätte das Untier ihn sofort erschlagen müssen oder entzwei reißen, aber es stand einfach nur vor ihm und sah ihn sich genau an. Plötzlich zuckte der Akujin und Kaels Angst entflammte von Neuem. Der Bestie drangen gurgelnde Laute aus dem Rachen, als hätte man ihr die Kehle durchtrennt. Wenige Augenblicke später würgte das Ungetüm einen Pergamentfetzen hoch und spuckte ihn vor Kael auf den Boden. Als der Fetzen den Boden berührte, sackte der Akujin tot in sich zusammen. Kael hob das kleine Pergamentstück auf, warum er es nicht einfach liegen ließ, war ihm nicht begreiflich. Als er mit dem Pergament in der Hand wieder aufrecht dastand und sich umsah, waren die anderen Bestien verschwunden. Was sollte das nun? Seine Blicke wanderten unruhig umher, kein Elf schien verletzt oder getötet worden zu sein. Kael seufzte erleichtert auf, mit der Gewissheit, dass er jetzt tot sein könnte und doch lebte er noch. Kreidebleich und zitternd schwankte Kael zur nächsten Sitzbank und lies sich darauf fallen. Er spürte wie die Kraft seinen Körper langsam verließ. Ein Knistern ließ ihn hoch schrecken. Er hatte das Pergamentstück in seiner Hand vor Aufregung völlig vergessen. Was er wohl zu bedeuten hatte? Dass er vom Dunklen Lord stammen musste, war offensichtlich, da ein Akujin ihn überbracht hatte. Nanaki kam auf den Dorfplatz gerannt und eilte zu Kael, als er ihn endlich sah. „Kael? Was ist denn passiert? Du zitterst ja.“ Kael sah zu Nanaki auf, war sich aber nicht sicher, was er sagen oder tun sollte. Nanaki setzte sich neben ihn auf die Band und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ist gut Kael, es ist vorbei. Deine Süße ist in Sicherheit, Nagaki ist noch bei ihr. Komm lass uns gehen, sie wartet auf dich.“ Kael lies sich von Nanaki hoch ziehen und lief diesem dann geistesabwesend hinterher bis zu Skya’s Haus. Kaum war er ein paar Schritte im Hausflur, wurde ihm Schwarz vor Augen und Kael brach zusammen.


 
   
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